Glaube trifft Animation
Für den südkoreanischen Regisseur Jang Seong-Ho und den Kameramann und Produzenten Woo-hyung Kim ist das Projekt eine Herzensangelegenheit: Sie wollen die Botschaft der Liebe Jesu einem globalen, zunehmend säkularen Publikum näher bringen.
«Ich war schon immer ein grosser Fan von Filmen und Animationen», erzählt Jang Seong-Ho. «Gleichzeitig habe ich alle Bücher von Charles Dickens gelesen. Ich dachte, es wäre einzigartig, die Geschichte von Jesus durch die Linse von Dickens zu erzählen.»
Diese Inspiration führte den Debütregisseur dazu, sich der Herausforderung zu stellen, das Evangelium in animierter Form zu adaptieren. «Es gibt viele Filme über das Leben Jesu, aber seine Geschichte aus der Perspektive von Charles Dickens zu erzählen, verleiht ihr eine besondere Bedeutung und Einzigartigkeit.»
Mit Brosnan, Kingsley und Thurman
Der Animationsfilm spielt im viktorianischen England und zeigt Dickens, wie er seinem Kind die Geschichte von Jesus erzählt. Uma Thurman, Pierce Brosnan, Forest Whitaker und Ben Kingsley zählen zu den Sprechern.
Jang Seong-Ho, ein bekennender Christ, betont, dass sein persönlicher Glaube eine entscheidende Rolle bei seiner Entscheidung für diesen Film gespielt hat. «Als Christ war ich überrascht, dass es so wenige animierte Spielfilme über das Leben Jesu gibt. Das war eine grosse Motivation für mich.»
Auch die religiöse Entwicklung in seinem Heimatland beschäftigt ihn. Südkorea hat eine der grössten christlichen Bevölkerungen Asiens, doch laut dem «Pew Research Center» nimmt die Zahl der jungen Kirchgänger stetig ab.
Dem Rückgang entgegentreten
«Es gibt viele Christen in Korea, aber leider auch viel Ablehnung gegenüber dem Christentum. Immer weniger junge Menschen gehen in die Kirche. Mit «The King of Kings» will Jang ein Zeichen der Hoffnung setzen. «Jemand muss die Botschaft Jesu auf die richtige Weise weitergeben – für alle Menschen.»
Jang Seong-Ho betont, dass der Glaube zwar im Mittelpunkt des Projekts steht, aber auch praktische Herausforderungen eine Rolle spielen. «Animationsfilme erfordern eine Vielzahl technischer und kommerzieller Überlegungen. Es reicht nicht aus, sich nur auf den Glauben zu verlassen.»
Um die Welt von «The King of Kings» zum Leben zu erwecken, bediente sich das Produktionsteam modernster Motion-Capture-Technologie und virtueller Kameraführung. Kim, der als Produzent und Kameramann fungierte, beschreibt den Prozess als komplex und zeitaufwändig.
Vielseitige Arbeitsgänge
«Zuerst haben wir die Schauspieler engagiert und ihre Bewegungen aufgenommen. Dann habe ich mit einer virtuellen Kamera die Filmszenen immer wieder neu inszeniert.» Sprache und Mimik wurden separat aufgenommen und später in die Animation eingefügt.
«Anders als bei Realfilmen entsteht hier alles Schritt für Schritt», erklärt Kim. «Es ist ein komplexer und langwieriger Prozess.» Ziel war es, den Film nicht nur wie eine Animation, sondern wie ein klassisches Kinoerlebnis wirken zu lassen. «Wir wollten, dass das Publikum den Film als Animation wahrnimmt, aber gleichzeitig das Gefühl hat, einen konventionellen Spielfilm zu sehen», erklärt Jang Seong-Ho.
Kreative Herausforderungen
Die Arbeit an einem Film über Jesus bringt besondere Herausforderungen mit sich. Woo-hyung Kim nennt eine besonders schwierige Szene: einen Sturm. «Technisch war das eine grosse Herausforderung, weil wir so etwas noch nie gemacht hatten. Wir haben diese Szene vor sechs oder sieben Jahren entwickelt – noch ohne die modernen virtuellen Produktionswerkzeuge. Alles musste digital gemacht werden: Kamera, Schauspiel, Stimmen. Später haben wir sie mit besseren Werkzeugen überarbeitet, aber wir mussten die ursprüngliche Vision beibehalten.»
Die zentrale Botschaft: Liebe
Für Kim ist es der grösste Wunsch, dass der Film ein breites Publikum erreicht. Jang hofft, dass die Zuschauer die zentrale Botschaft des Evangeliums mitnehmen. «Das ganze Projekt begann mit dem Wunsch, ein einziges Wort aus der Bibel hervorzuheben», sagt er. «Und das ist Liebe. Jesus ist Liebe.»
Jang weiter: «Ich möchte, dass die Menschen spüren: Der Grund für sein Opfer war seine Liebe zu uns. Das ist die Botschaft, die sie mit nach Hause nehmen sollen.»
Ab dem 11. April läuft der Film in US-Kinos, ab dem 25. April ist er auch in Kinos im deutschsprachigen Europa zu sehen.
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Datum: 04.04.2025
Autor:
Leah MarieAnn Klett/Daniel Gerber
Quelle:
Christian Post/gekürzte Übersetzung: Livenet