Studentin verbrennt 150 Werke von Zwingli und Bullinger

Der Reformator Zwingli, 1484-1531
Das Zwingli-Museum

Eine 30-jährige Studentin hat im Zwingli-Museum im Zürcher Grossmünster erheblichen Schaden angerichtet und Bilder zerstört. Die festgenommene Frau hat die Tat gestanden.

In Zürich hat eine 30-jährige Studentin im Kreuzgang des Grossmünsters gegen 150 Werke der Reformatoren Zwingli und Bullinger auf einem Scheiterhaufen verbrannt. Die als "verwirrt" beschriebene Frau habe gezielt die Zürcher Reformatoren treffen wollen.

Die Tat ereignete sich bereits in der Nacht zum Freitag. Die «psychisch instabile» Studentin habe psychische Probleme als Motiv genannt, sie sei in eine Klinik gebracht worden.

Nach Angaben der Polizei schaffte die Frau rund 150 Bücher aus der Bibliothek des am Grossmünster untergebrachten theologischen Seminars in den Lichthof, schichtete sie zu einem Haufen auf und verbrannte sie. Im Kreuzgang beschmierte sie etwa 60 Informationstafeln und Bilder der Zwingli-Dauerausstellung mit blauer und schwarzer Ölfarbe und beschmierte Türen. Der Zerstörungswut fielen vor allem Werke von Ulrich Zwingli (1484-1531) und Heinrich Bullinger (1504-1575) aus dem Institut für Reformationsgeschichte zum Opfer.

Zerstört worden seien alles neuere Ausgaben, die noch im Handel erhältlich seien, hiess es. Wertvolle Originale würden nicht im Seminar aufbewahrt. Der Schaden wurde mit rund 30000 Franken angegeben. Die Studentin besass einen Schlüssel - wie auch andere der insgesamt rund 200 Studierenden an der Theologischen Fakultät.

Grossen Schaden richtete die Täterin im Zwingli-Museum an, das der Zwingliverein 1997 im Grossmünster-Kreuzgang eröffnet hatte. Vereinspräsident Hans Stickelberger sagte, der Schaden sei «ziemlich total». Die Frau sei in erster Linie «auf die Gesichter losgegangen».

Am Grossmünster soll am 10. Juni die Ausstellung "500 Jahre Heinrich Bullinger" eröffnet werden.

Quelle: Kipa/Livenet

Datum: 05.05.2004

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